Robin Hund, der Malamute
  Geschichten
 

Hallo, mein Name ist Robin (eigentlich hat mir der Züchter den Namen "Cymbal vom Napoleonstein" gegeben). Mein neues Rudel fand den Namen aber nicht so toll und so wurde ich kurzerhand in "ROBIN" umgetauft (einfach zu merken - ROBIN HUND)...
Ich erblickte am 8. Juli im Jahre 2000 das Licht der Welt und war auch schon bald "vorbestellt".
Mein Rudeltöchterchen Janine (damals gerade 10 Jahre alt) und der Rudelpapa Andreas wollten unbedingt einen Hund haben.
Meine Rudelmama Silvia war da ganz anderer Meinung, immerhin hatte sie schon vorgesorgt und 1996 und 1997 zwei kleine schwarze Kätzchen (Timmy und Julie) ins Haus gebracht - in der Hoffnung, dass das Problem mit einem Hund so von ganz allein gelöst wird - weit gefehlt...
Nach endlosen Diskussionen, wer sich denn wann um den Hund kümmere und wo er denn bleibe, wenn wir auf Fernreisen gehen, wurde schließlich irgendwann ein Kompromiss gefunden...
Nachdem die Familie sich mal so einen richtigen supersüßen braven ausgewachsenen Malamutenrüden samt Welpen angesehen hatte, fand die Mama zwar, dass, wenn schon Hund, nur so etwas in Frage kommen würde. Zum Glück waren die Welpen alle beige-braun und nicht wie üblich schwarz-weiß-silber, so dass sie die Ausrede hatte, Farbe der Welpen passt nicht zur Wohnungseinrichtung.
Immerhin stellt man sich so einen Schlittenhund schwarz-weiß vor...
Aber da hatte die Mama nicht mit der Beharrlichkeit des Papas gerechnet, der tagelang im Internet gesurft war, um einen schwarz-weißen Malamutenwelpen zu finden und dann auch noch Glück hatte.
In Bischofswerda beim Züchter waren gerade noch zwei Malamutenwelpen zu vergeben - da wurde sofort einer "bestellt" und am 9. September 2000 auch abgeholt.
Nach etlichen Stunden Autobahnfahrt (meine erste große Reise) und unendlichen Zwischenstopps kam ich in meinem neuen Zuhause in Nordhessen an.
Hier war ein schöner großer Garten, in dem man so richtig toll toben konnte....
Komisch war nur, dass da noch so zwei schwarze Mitbewohner in meiner Größe waren. Die stellten sich dann auch noch auf die Hinterpfoten und fauchten mich an - was das wohl zu bedeuten hatte?
Von da an hatte die Familie erst mal keine ruhige Nacht mehr, denn ich musste alle paar Stunden mit dem Papa in der Nacht raus gehen - wozu eigentlich? Das PIPI-machen war doch viel schöner auf so einem weichen Teppich...
In der Nacht und frühmorgens versuchte also der Papa vergeblich, mich dazu zu bringen, dass die Geschäftchen im Freien erledigt werden sollten. Das verstand ich einfach nicht - habe mich auch bestimmt ein halbes Jahr strikt dagegen gewehrt - sehr zum Ärger der Mama, die kurz vor dem Verzweifeln war...
Aber es gab auch noch genügend andere Sachen, die die Familie nicht so toll fanden. So hatte ich z.B. riesigen Spaß daran, alle rumliegenden Hausschuhe einer Kauprobe zu unterziehen, was wieder nicht auf Verständnis stieß. Die damalige Holzhaustür war doch auch der reinste Knabberspaß, ebenso wie alle sonst so greifbaren Plüschtiere...
Mit den kleinen schwarzen Mitbewohnern kam ich soweit ganz gut zurecht - sie wurden ja von Tag zu Tag irgendwie kleiner (oder ich etwa größer?).
Das Beste am Tag war immer der Augenblick, als so kleine schmackhafte Bröckchen in mein Futterschälchen kamen, die habe ich in Rekordzeit weg geputzt - wo bleibt der Nachschub?
Irgendwann war es dann doch auch draußen ganz spannend, so seine Lieblingsplätze zu markieren und auch mal so ein Häufchen dort zu lassen - da wurde ich sogar dafür gelobt! Na ja, die Teppiche mussten inzwischen auch alle ausgetauscht werden - die hatte ich mit andersfarbenen Flecken verziert - fand auch wieder keiner so toll...) - zum Glück waren ansonsten im Haus Fliesen und Laminat...
Andere Hunde fand ich anfangs alle prima - aber nachdem mich so ein schwarzer Mischling so doll gebissen hat, dass ich sogar geklammert werden musste (ich hatte doch noch Welpenschutz - hat der andere sicher gar nicht gewusst), mag ich schwarze Hunde überhaupt nicht mehr. Da knurre ich erst mal - egal, sicher ist sicher...
So ein paar Streiche habe ich meiner Familie auch ab und zu gespielt - als eines Samstagabends der Papa mit mir rausgehen wollte (ohne Leine, da ja zu dieser Zeit kaum Autos mehr im Wohngebiet unterwegs sind und auch sonst keine Leute oder Hunde), habe ich die Chance genutzt und bin doch einfach mal allein abgehauen.
Immer mit Begleitung ist doch auch langweilig oder nicht? Ich bin ja auch noch ein paar Mal am Haus vorbei gelaufen, habe geguckt, ob er noch da ist und auf mich wartet und bin dann aber wieder allein losgezogen. Die Rufe habe ich mal glatt ignoriert - ich weiß doch, dass ich das eigentlich nicht machen soll, ist aber viel spannender, so allein auf Erkundungstour zu gehen...
Wieso war denn am nächsten Morgen die Haustür einen Spalt offen? Haben die etwa auf mich gewartet? Na, da lege ich mich doch lieber erst mal in den Vorgarten - kann man auch gleich noch den Zeitungsausträger etwas abschrecken, hahaha - und tue so, als wenn ich nie weg gewesen wäre...
Ärger gab es dann aber doch...Na ja, die dachten, mich hätte ein Auto überfahren können oder ich hätte den Weg nicht mehr zurück gewusst - alles Quatsch, was die immer so denken...
Ich hab das Ganze später nochmal bei der Mama ausprobiert, die gerade im Vorgarten mit ihrem Unkraut beschäftigt war. Im günstigsten Augenblick bin ich so leise wie nur möglich an ihr vorbei geschlichen und habe mich auf den Weg gemacht, um eine in der Nähe wohnende Hundedame zu besuchen.
Da hatte die Mama mich aber durchschaut, kam mit der Leine und Handy in der einen Hand und einem leckeren Schweineöhrchen in der anderen Hand meinen Namen lauthals rufend die Straße herunter...
Na ja, gegen Schweineohren bin ich eben willenlos... Dafür lasse ich sogar die Hundedame stehen und komme, wenn auch mit extrem gesenktem Kopf wieder zur Mama. Mit dem Schweineohr im Maul bin ich dann nach irgendwelchem Gemeckere und Geruckele an meinem Kopf treu und brav mit ihr nach Hause gelaufen. Die Leine hätte sie gar nicht gebraucht, ich hatte ja das Öhrchen zum Futtern im Maul..
Da die schwarzen Mitbewohner inzwischen wesentlich kleiner als ich geworden sind, habe ich auch keine Angst mehr vor ihnen. Ich versuche sogar, mit ihnen zu spielen. Na ja, das klappt nicht immer so ganz - z.B. verstehe ich gar nicht, wieso der Kopf der kleinen Schwarzen nicht in mein Maul passt...
Die kleine Schwarze wehrt sich auch immer so und hat mir doch wirklich schon mal so derb ins Ohr gebissen, dass ich zu so einem in weißem Kittel musste, der dann versucht hat, die Blutblase, die sich gebildet hatte, wieder weg zu bekommen.
Also, die mit den weißen Kitteln mag ich ja nun gar nicht - entweder klammern die einem die Lefzen zusammen (die von dem schwarzen Hund zerbissen wurden), piexen einem ins Ohr oder stechen einem ins Fell - was soll das denn?
Ich bin dann immer gaaaanz brav, wenn wir dorthin gehen, lege sogar mein Pfötchen auf die Knie des Papas oder sogar auf die der Mama, mache das leidendste Gesicht, das es überhaupt gibt, werde dann von allen bemitleidet und gestreichelt, hilft aber nichts - in den komischen Raum, der auch noch so komisch riecht, muss ich doch rein...
Ich setze mich dann direkt mit meinem Hinterteil ganz eng an die Tür, falls die wieder aufgeht, bin ich der Erste, der draußen ist...
Na ja, dann passiert mir immer was Blödes - wenn ich von der Tür weg soll und gewogen werde, hinterlasse ich eine kleine Pfütze... wie peinlich, aber wer weiß, was die wieder alles mit mir anstellen???
Auf alle Fälle bin ich froh, wenn ich wieder weg darf und zum Schluss gibt es immer auch noch ein Leckerli - war ja doch nicht so schlimm...
Der Garten ist ja auch eine Wucht - da kann man Löcher buddeln, in die übergroße Pfütze (die nennen es Teich) springen und quer über alle Blumen hüpfen...
Ich verstehe bloß nicht, wieso das Löcherbuddeln mir wieder Ärger eingebracht hat - na gut, die Matschklumpen an meinen Pfoten machen sich halt nicht so gut auf hellem Laminat und die Löcher dienen wohl auch kaum dazu, dass die neu eingepflanzten Sträucher wirklich angehen...
Die kleinen Schwarzen dürfen aber auch über die Blumen laufen - wieso ich nicht? Nur weil die die kleineren Pfötchen haben und nicht gleich alles platt machen? Na gut, inzwischen respektiere ich die Blumenrabatte, dafür kann ich doch aber die Katzen jagen oder nicht?
Ich verstehe nicht, wieso ich fremde Katzen jagen darf, aber die eigenen soll ich in Ruhe lassen - ist Katze nicht gleich Katze? Echt kompliziert manchmal für so ein Malamutengehirn...
Das mit dem in die große Pfütze springen (oder besser Gartenteich) habe ich ja auch nur ein einziges Mal gemacht - war halt so warm im Sommer - immer mit dem dicken Fell herumlaufen ist wirklich nicht witzig. Der Papa fand es aber gar nicht toll - musste nun alle Seerosen wieder neu einpflanzen.
Übrigens Fell - da gibt man sich die größte Mühe, für die kalten Tage sich ein dickes Fell zuzulegen, kaum ist Februar 2007, da wird einem das Ganze wieder stundenlang ausgebürstet. Da soll ich dann auch noch schön still halten. Ich fand es aber viel lustiger, ständig im Kreis im Garten zu rennen, die Mama immer mit der Bürste hinter mir her ...
Ja ja, die Malamuten sind halt ziemlich stursinnig, eigenwillig, aber auch sehr eifersüchtig.
Wenn z.B. die Tochter mit dem Papa schmust, muss ich immer mitten dazwischen, könnte ja sein, dass sie mich nur vergessen haben - da mache ich doch lieber mit.
Apropos Schmusen - die Katzen dürfen ja auch auf der Couch liegen - wieso eigentlich ich nicht? Das habe ich dann vor geraumer Zeit mal ausprobiert - allerdings lieber nachts, wenn alles schläft...
Ist dann aber doch aufgefallen - die Mama musste jeden Tag die blaue Velourcouch absaugen, weil da dummerweise mein Fell seine Spuren hinterlassen hatte....
Da haben die mich doch regelrecht ausspioniert - mit der Webcam! Na ja, leider waren die Aufnahmen eindeutig - sehr zu meinem Nachteil...
Es war ganz eindeutig zu sehen, dass ich nachts in die Stube geschlichen bin (ich kann übrigens alle Türen ganz allein aufmachen), mich in die Sofaecke gekuschelt habe, wo sonst immer die Mama sitzt und beim Verlassen der Couch diese auch noch markiert habe - peinlich...
Hätte ja sein können, dass sich die Katzen genau dieselbe Stelle auf der Couch aussuchen - das geht doch wohl nicht!
Leider hatte der Vorfall zur Folge, dass seitdem die Stubentür nachts abgeschlossen wird - nun muss ich nur noch üben, den Schlüssel umzudrehen - bei den Pfoten kein leichtes Unterfangen!
Tja, wie schon gesagt, die Türen (falls nicht abgeschlossen) kann ich alle ganz allein öffnen - da wird sich kurz mal auf die Hinterpfoten gestellt, eine Pfote an die Wand (oder weiße Tapete, die dann nicht lange weiß bleibt) gelegt und mit der zweiten wird die Klinke herunter gedrückt und schwupp - die Tür ist offen!
Früher bin ich ja immer auf alle drei Etagen und in den Keller über die Treppe gelaufen - das lasse ich heutzutage lieber sein. Das Treppensteigen ist mir irgendwann zu stressig geworden - dafür bleibt der Hausflur jetzt weiß und muss nicht mehr jedes Jahr neu gestrichen werden - sehr zur Zufriedenheit von Mama und Papa.
Für viele Renovierungsarbeiten bin ich schon verantwortlich - was soll man auch den ganzen Tag so anstellen. Im Sommer geht es ja - da kann ich den ganzen Tag im Garten herumtollen, aber wenn es regnet, habe noch nicht einmal ich Lust, im Nassen draußen rum zu laufen...
Winter wäre für mich ja ideal, aber wann gibt es schon mal so richtigen Schnee in Nordhessen?
Im Winter darf ich meistens für zwei Wochen Ferien bei "Onkel Bräuer" machen. Das ist die netteste Hundepension weit und breit - ehrlich. Wenn ich mit Papa im Auto dorthin fahre, bin ich immer ganz aufgeregt - da gibt es ja auch tolle Freigehege und eine Menge zu sehen. Man ist ja überhaupt nicht allein.
Urlaub habe ich aber auch schon mal mit der Familie gemacht - aber da waren Hunde am Strand (Balaton) nicht so gern gesehen. Wir hatten zwar ein schönes Ferienhaus mit großem Garten und ich durfte auch neben den Betten schlafen, aber dafür war es auch ganz schön warm...
Da lob ich mir den Sommer zu Hause, da kann ich im Garten rumtollen und wenn es zu heiß wird, bleibt mir ja immer noch der kühle Windfang - mein Lieblingsplatz...
Anfangs haben die doch glatt versucht, mich in so einem  Katzenkörbchen unterzubringen. Das Einzigste, was an dem Körbchen interessant war, war, dass es schön zum Anknabbern geeignet war - brachte aber wieder keine Begeisterung bei der Familie...
Als die Familie vor ein paar Jahren einen Handwerker im Haus hatte, machte die Mama für ihn und den Papa belegte Brötchen und brachte diese auf den Dachboden. Zuerst sagten die beiden, dass sie gar keinen Hunger hätten. Als die Mama dann die Platte mit den Brötchen wieder herunterholen wollte, wunderte sie sich, dass bis auf ein paar alle aufgegessen waren. Komisch...
Als die Mama dann fragte, ob die zwei doch noch Appetit bekommen hätten, sagte ihr der Papa, dass sie gar nichts gegessen hätten. Komisch...
Dummerweise habe ich noch nicht gelernt, geöffnete Türen wieder zu schließen - und das fiel dann der Mama ein...
Da schon wegen der Mietzekatzen die Türen im Haus zu sind, fällt es auf, wenn die Tür, hinter der die leckeren Sachen standen, offen ist und ich auch noch schmatzend auf der Treppe sitze...Ertappt! Warum gab es eigentlich am nächsten Tag dort oben nicht wieder das Gleiche?
Apropos Essen - wenigstens darf ich die Schälchen der Mietzekatzen auslecken - das Trockenfutter lassen die meist übrig... Da wird aber auch genau aufgepasst - die Mama bzw. der Papa sagt dann zu mir: "Robin, sind denn auch BEIDE Katzen fertig mit Fressen?" Erst dann darf ich in die Küche, um die Reste des Katzenfutters zu vertilgen - fremdes Essen schmeckt immer besser - stimmt doch?
So, jetzt habe ich schon eine ganze Menge über mich erzählt.
Fortsetzung folgt.... Auf den folgenden Seiten sind ein paar meiner Streiche zu bewundern...
Bis dann Euer Robin Hund.